Der ewige Kampf für frisches Wasser
Frisches Trinkwasser ist eines der Hauptprobleme im Transkei. Während den Sommermonaten sammeln die Leute Regenwasser zum Trinken, aber im Winter gibt fällt kein Tropfen für mehrere Monate, und das Wasser wird knapp. Bach um Bach trocknet aus, und das Wasser in den grösseren Flüssen wird brackig und ist nicht geeignet zum Trinken. Die einheimischen Frauen legen täglich kilometerlange Strecken zu Fuss zurück, um frisches Wasser in Eimern auf dem Kopf zurück ins Dorf zu tragen ...
Wir haben Glück - in der Nähe von der Lodge ist eine Quelle, zwischen zwei Feldern, ca. 300m von uns entfernt. Wir haben einen Schlauch von der Quelle direkt bis ins Baumhaus gelegt, das sich etwa 50m unterhalb der Lodge befindet, und vielleicht 6m Höhendifferenz. Die Quelle liegt höher als das Baumhaus und der untere Garten, aber tiefer als die Lodge. Dadurch brauchen wir keinen Pumpe, um im unteren Garten fliessend Wasser zu haben - die Schwerkraft erledigt das prima durch Gravitätszuführung. Um Wasser zur Lodge und dem oberen Garten zu bringen ist allerdings eine Pumpe nötig. Dieses Problem haben wir gelöst, indem wir neben dem unteren und dem oberen Garten einen kleinen Teich gegraben haben. Den unteren Teich füllen wir direkt mit Wasser aus der Quelle, und von dort pumpen wir es mit einer Pumpe, die vom Generator betrieben wird, in den oberen Teich. Dieses Wasser ist nicht zum trinken geeignet - die Teiche sind nicht sauber genug - aber es speist die Dusche und dient als Wasser für den Garten und um Ziegel herzustellen.
Die Quelle
die Quelle, in einer Senke zwischen zwei Feldern, umringt von Büschen und Bäumen
Um die Gravitätszuführung zu aktivieren, mussten wir zuerst den Schlauch mit Wasser füllen. Das geht so: Schlauch legen von der Quelle zum Baumhaus. Beim Baumhaus Schlauchende verschliessen. Bei der Quelle offenes Schlauchende auf den Hügel ziehen, eine Wassertonne aufstellen (eimerweise mit Quellwasser füllen) und damit langsam den Schlauch füllen. Dann rennt eine Person zum Baumhaus, um den Schlauch zu öffnen, um eventuelle Lufteinschlüsse loszuwerden. Am anderen Ende wird der Schlauch in die Wassertonne getunkt. Sobald es anständig zu saugen anfängt bedeutet das, dass die Lufteinfschlüsse weg sind und das Wasser frei fliesst. Dann wird das Ende beim Baumhaus wieder verschlossen, danach das Ende bei der Quelle verschlossen, der Schlauch wieder in die Quelle runter gezogen und das Ende ins Wasser getaucht. Voila. Meistens muss dieser Prozess mehrere Male wiederholt werden, um alle Lufteinschlüsse loszuwerden, und so wurde "Schlauch füllen" zu unserer meist verhassten Beschäftigung! :-)
Zuerst hatten wir die Quelle nicht eingezäunt - da sie zwischen zwei Feldern lag, die beide eingezäunt waren, war das nicht nötig. Als die Erntezeit vorüber war, haben die Bauern die Zäune abgebaut um die Kühe und Ziegen die Reste auf den Feldern fressen zu lassen. Eines Tages trickelten nur noch ein paar Tropfen aus dem Schlauch beim Baumhaus, dann nichts mehr. Eine Inspektion der Quelle bot ein Bild der Zerstörung: die Kühe waren in Scharen quer durch die Quelle gewandert und hatten sie zu einem Schlammloch reduziert. Wir beschlossen, die Gelgenheit auszunutzen um die Quelle ein bisschen zu vertiefen, und so machten wir uns mit Hacke und Schaufel ans schlammige Werk. Der Boden ist extrem tonhaltig, deswegen die graue Farbe, und das Wasser ist auch immer etwas weisslich und schmeckt nach Ton.
Nachdem wir etwa einen halben Meter tief gebuddelt hatten, zäunten wir die Quelle mit Stacheldraht ein - sieht aus wie eine Hochsicherheitszone! - und liessen ihr ein paar Tage Zeit, um sich zu erholen. Langsam füllte sie sich wieder mit Wasser, und wir wiederholten die Schlauch-füllen-Prozedur, und hatten endlich wieder Trinkwasser ...
Unterer Teich
Dies ist der untere Teich, gleich oberhalb vom Baumhaus, und neben dem unteren Garten. Der Teich ist mit Plastik ausgelegt und wird zu einem spätern Zeitpunkt (wenn wir es uns leisten können) mit Zement gepflastert. Gefüllt wird er durch den Schlauch der direkt von der Quelle kommt.
Vom unteren Teich führt ein Schlauch entlang dem Zaun bis zum oberen Teich. Durch diesen Schlauch wird das Wasser gepumpt. Die Pumpe wird jeweils bei Bedarf vom Generator betrieben.
Oberer Teich
Der obere Teich wurde im selben Stil gebaut wie der untere Teich: ein Loch buddeln, mit dickem Plastik auslegen, die Seitenwände mit Steinen oder Gras bedecken (damits hübscher aussieht), und mit Wasser füllen.
